• Carmel

Plaudern aus dem Trailkästchen - La Palma, Insel der freundlichen Vulkane

Aktualisiert: März 3

Das Abendessen wird serviert. Die Papa Arrugadas sind nicht nur als Beilage sehr beliebt. Es handelt sich um eine Kartoffelsorte, die es nur auf den Kanaren gibt. Traditionell werden die Erdäpfel im Meerwasser gekocht, solange bis das Daumen hohe Wasser im Topf verdampft ist. Dadurch wird die Schale schrumpelig und die Kartoffeln bekommen eine salzige Kruste. Sie werden mit der Schale verzehrt. Dazu gibt es verschiedene Mojos (Soßen zum Dippen). Die Mojo Rojo (rot) besteht zum größten Teilen aus Paprika, die Mojo Verde (grün) aus Kräutern. Natürlich ist in beiden auch eine ordentliche Portion Knoblauch enthalten. Ich hoffe, dass von den Kartoffeln genug übrigbleibt, um diese auch im Picknickbuffett auf dem Trail zu servieren, aber so beliebt wie sie sind, werden sie sicher alle aufgegessen.


Wir sitzen in einem Restaurant direkt am Strand von Puerto Tazacorte. Es ist Sonntagabend. Unsere Gruppe ist gestern angereist und hat sich heute auf den Trails schon fleißig austoben dürfen. Draußen auf der Promenade spielen die Hippies von La Palma ihre Straßenmusik. Durch das allgemeine Treiben hört man das sanfte Meeresrauschen im Hintergrund. Die Sommerkind Gruppe ist fröhlich und bunt gemischt. 12 Personen sitzen an einem großen Tisch und für mich ist es immer wieder beeindruckend wie viele unterschiedliche Menschen auf so einer Reise zusammenkommen. Trotz aller Unterschiede verbindet sie die Liebe zum Laufen in der Natur, das Reisen und der Spaß an Wettkämpfen teilzunehmen. Gesprächsstoff ist genug vorhanden. Ausrüstung für das Trailrunning, Wettkampferlebnisse, Trainingsstrategien aber auch allgemeine Späße und der Austausch über den Alltag sind Themen. Natürlich wird auch über die heutige erste Etappe gesprochen. Der letzte Downhill über 6 km bis ins Ziel war für alle ein großer Spaß. Die Aussichten vom Mirador de la Cumbrecita in die Caldera Taburiente von La Palma waren ganz traumhaft. Die schweißtreibenden Anstiege wurden mit Blicken auf den Atlantik und die gegenüberliegende Bergkette, die Cumbre Vieja, belohnt.



Das Wetter auf La Palma ist generell sehr mild. Im Sommer flüchten die Spanier vom Festland hierher, um der Hitze zu entgehen. Jetzt im Januar wärmt die Sonne angenehm, die vom Winter getrocknete Haut. Manch einer geht sogar im Meer baden. Im Schatten und am Abend ist es ein wenig frischer. Der Tourismus ist um diese Jahreszeit sehr entspannt. Ja generell kann man sagen, dass La Palma eine sehr entspannte und ursprüngliche Insel ist, im Vergleich zum Rest des kanarischen Archipels. Die Landschaft ist wie alle kanarischen Inseln durch den vulkanischen Ursprung geprägt. Steile Hänge, tiefe Schluchten, Vulkanfelder, endlose Kiefern- und Lorbeerwälder zieren die Flora der Isla Bonita. Für Naturliebhaber ein wahres Paradies. Unser Guide Marcus findet die Vulkane auf La Palma ganz freundlich, da die Lava so langsam und gemütlich fließt, dass jeder ganz entspannt weglaufen könnte. Erklärt er mir beruhigend während des Abendessens.


Die Etappen an Tag 3 und 4 wurden auf Grund des Wetters getauscht. Für den morgigen Tag ist viel Sonne angesagt, am Tag danach genau das Gegenteil. Der Tausch wird sich hoffentlich lohnen, denn es geht auf den höchsten Berg La Palmas. Die Strecke führt zum großen Teil entlang des populären Wettkampfes Transvulcania Ultramarathon. Da der Streckentausch wetterabhängig recht kurzfristig am Wochenende beschlossen wurde, bleibt es bis nach dem Frühstück am Tag der Etappe spannend. Das Transferunternehmen hat die Fahrt noch nicht fix zugesagt. Die Gruppe stellt sich auf alles ein und ist schon ganz aufgeregt.



Kurz vor der Abfahrt bestätigt uns das Shuttleunternehmen den Streckentausch und wir packen die warme Laufbekleidung ein. Oben am Gipfel wird es knapp über dem Gefrierpunkt sein. Im Ziel der Etappe dann wieder +20 Grad. Eine Herausforderung für das Zwiebelprinzip. Nach 10 Kilometern sind alle halbwegs warm gelaufen und treffen fröhlich am Picknick ein, bevor es auf den Roque de los Muchachos mit 2.426m geht. Dann folgt der seeeehr lange Abstieg mit knapp 2500 Höhenmetern im Downhill - nonstop. Es war ein herrlicher Tag mit viel Sonne und Weitblick. Der lange Abstieg vom Roque de los Muchachos bis zum Strand von Puerto Tazacorte hatte es, wie zu erwarten, in sich. Alle waren müde, aber glücklich, und ein Belohnungsbier an der sonnigen Strandpromenade hatte sich jeder redlich verdient.


Mit über 8400 kumulierten Höhenmetern im Abstieg stehen die LA PALMA TRAILS im Downhill-Ranking ganz oben im Programm von SOMMERKIND Sportreisen; Muskelkater garantiert.


Weiter geht es mit dem Reiseprogramm im SLEEP - EAT - TRAIL - REPEAT - Modus. Laufen, Essen, Schlafen, und zwischendrin natürlich die Sonne und den Urlaubsmodus genießen.

Der Ruhetag am darauffolgenden Mittwoch bot ausreichend Gelegenheit zur Regeneration. Entweder beim Schaukeln auf einem Segelbootausflug, mit der Hoffnung auf Wal- oder Delfinsichtung, oder beim Rumhängen auf der sonnenverwöhnten Dachterrasse des Hotels – Blubberbläschen im Pool inklusive.


Im Laufe der vierten Etappe bekomme ich über unseren Trail-Funk die Meldung, dass die Gruppe auf Grund von Sperrungen durch Instandhaltungsmaßnahmen im Barranco de Las Angustias (Tal der Ängste) umdrehen muss. Große Steine, viel Kies und Vegetation liegen dort wild verteilt im Rinnsal. Oft gibt es Erdrutsche, die durch Bauarbeiten wieder freigelegt werden müssen, denn alles Wasser von der Caldera sammelt sich in diesem Tal und fließt von dort in den Atlantik. Die Schlucht ist tief und wird mit verspielten Singletrails durchzogen. Manche führen direkt durch das mäßig fließende Flussbett, andere bieten schöne Einblicke vom Hangweg in die Schlucht hinein. Zurück am Parkplatz angekommen ist die Motivation in der Gruppe groß, die fehlenden Kilometer (auf Grund der Streckensperrung) trotzdem noch voll zu machen. Also steigen sie nicht in den Bus, sondern laufen per Trail zurück ins Hotel. Am Ende sind es immerhin noch 17 km geworden. Trotzdem ist die verkürzte Etappe sehr willkommen, denn die gestrige Gipfeltour über den Rücken La Palmas mit der Königin aller Downhills, steckt vielen noch in den Oberschenkeln.


So kam es dann, dass ich am Nachmittag die geschundenen Beine der Läuferinnen und Läufer mit einer kräftigen Sportmassage verwöhnen konnte, bevor es zum Abendessen ging.



Da es auf La Palma dank der hohen Berge und tiefen Schluchten kaum möglich ist eine breite und halbwegs gerade Hauptverkehrsstraße zu bauen, geht es am Donnerstag mit dem Auto über Schlangenlinien in den Norden der Insel. 50 Kilometer in 1:15h – rekordverdächtig! Der dortige Lorbeerwald bietet ein komplett anderes Bild, verglichen zu den letzten Etappen. Grün, verwachsen und verwunschen liegen die Trails in den Hängen. Mich erinnert es sehr an Madeira. Unsere Gäste sind begeistert. Fröhliche Gesichter kommen mir an der Zielverpflegung entgegen. Die Beine immer noch leicht verstört von dem vielem rauf und vor allem runter der letzten Tage, aber immer noch fit genug für die kommende letzte Etappe am nächsten Tag.



Etappe 5 führt entlang der Vulkanroute von El Pilar in den Bergen bis runter zum Leuchtturm von Fuencaliente ans Meer. Wieder sind es über 2000 Meter im Abstieg, diesmal jedoch vermehrt durch dunklen Lavasand, was dem Laufen auf Wolken gleichkommt. Diese Tour bietet eine einzigartige Landschaft. Im weichen schwarzen sandigen Untergrund, rundherum Kiefernwälder schlängelt sich der Downhill butterweich von einem Vulkan zum nächsten. Zwischendurch mal Schuhe ausziehen, Sand ausschütten und weiter geht es bis ganz runter ans Meer. Durch die dunklen Vulkanfelder, wechselt der Blick aufs Meer, auf die Füße, auf die Landschaft, auf die Füße. Rechtzeitig stoppt die Läuferinnen und Läufer die Zielverpflegung am Leuchtturm, denn sonst würden sie sicher bis ins Meer hineinlaufen.



Oh nein, das war es schon? Vielleicht doch morgen wieder von vorn anfangen? Ein paar Sportmassagen und dann geht das wieder – komm schon! Unser Ziel haben wir in jedem Fall erreicht; Fröhliche und müde Gäste im Ziel, die am Tag danach wieder die Heimreise antreten. Zurück bleiben Eindrücke fürs Leben und ein paar kleine Schürfwunden vom Spielen auf den Trails. Mit ein klein wenig Muskelkater im Gepäck treten unsere Gäste die Heimreise an, das lange Sitzen will sich ja verdient werden.



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